10 Anzeichen, dass eure Website einen Relaunch braucht
Eine veraltete Website kostet Sichtbarkeit, Vertrauen und Anfragen — oft ohne dass es jemand bemerkt. Die folgenden 10 Anzeichen zeigen, ob eure Website noch zeitgemäß ist oder ob ein Relaunch längst überfällig ist. Wenn drei oder mehr Punkte auf euch zutreffen, solltet ihr handeln.
Die durchschnittliche Lebensdauer einer Unternehmenswebsite liegt bei 3–5 Jahren. Danach sind Design, Technik und Inhalte in der Regel so weit hinter den aktuellen Standards, dass sie Besucher eher abschrecken als überzeugen. Aber nicht jede Website braucht sofort einen kompletten Relaunch — manchmal reichen gezielte Optimierungen. Die folgenden 10 Anzeichen helfen euch einzuschätzen, wo ihr steht.
1. Eure Website lädt länger als 3 Sekunden
Laut Google verlassen 53 % der mobilen Nutzer eine Seite, die länger als 3 Sekunden lädt. Seiten mit 2 Sekunden Ladezeit haben eine Absprungrate von 9 % — bei 5 Sekunden steigt sie auf 38 %. Jede Zehntelsekunde zählt: Schon 0,1 Sekunden schnellere Ladezeit kann die Conversion-Rate um über 8 % steigern.
Schnelltest: Öffnet eure Website auf dem Smartphone über mobiles Netz. Zählt ihr bis drei, bevor Inhalte erscheinen? Dann habt ihr ein Problem.
2. Auf dem Smartphone sieht sie aus wie 2015
In Deutschland kommen rund 45 % des Web-Traffics über Smartphones — Tendenz steigend. Wenn eure Website auf dem Handy winzige Texte, nicht klickbare Buttons oder horizontales Scrollen zeigt, verliert ihr fast die Hälfte eurer Besucher, bevor sie auch nur eine Zeile gelesen haben.
Google bewertet Websites seit Jahren nach dem Mobile-First-Prinzip: Die mobile Version entscheidet über euer Ranking, nicht die Desktop-Variante.
3. Ihr könnt Inhalte nicht selbst pflegen
Wenn jede Textänderung einen Anruf bei der Agentur erfordert oder euer CMS so unübersichtlich ist, dass niemand im Team es freiwillig öffnet, stimmt etwas nicht. Eine gute Website lässt Redakteure Inhalte eigenständig pflegen — ohne Programmierkenntnisse und ohne Angst, etwas kaputtzumachen.
Veraltete CMS-Versionen sind nicht nur umständlich, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Wer auf einem System arbeitet, das keine Updates mehr bekommt, riskiert Datenlecks und Angriffe.
4. Google schickt immer weniger Besucher
Wenn euer organischer Traffic seit Monaten sinkt, liegt es selten am Zufall. Häufige Ursachen: veraltete Seitenstruktur, fehlende strukturierte Daten, schlechte Core Web Vitals oder Inhalte, die nicht mehr zur Suchintention passen.
Dazu kommt ein neuer Faktor: Google zeigt bei immer mehr Suchanfragen KI-generierte Zusammenfassungen (AI Overviews) direkt in den Ergebnissen. Laut einer SISTRIX-Analyse von 100 Millionen Keywords gehen deutschen Websites dadurch rund 265 Millionen organische Klicks pro Monat verloren. Die Klickrate auf Position 1 fällt von 27 % auf 11 %, wenn ein AI Overview angezeigt wird.
Websites, die als Quelle in AI Overviews zitiert werden, profitieren — alle anderen verlieren. Das erfordert Inhalte, die klar strukturiert, zitierfähig und fachlich substanziell sind.
5. Besucher kommen — aber niemand meldet sich
Traffic ohne Anfragen ist wie ein Laden voller Besucher, in dem niemand kauft. Wenn eure Website zwar aufgerufen wird, aber keine Kontaktanfragen, Terminbuchungen oder Downloads generiert, fehlt es an klaren Handlungsaufforderungen, Vertrauen oder beidem.
Häufige Ursachen: kein sichtbarer Call-to-Action, zu lange Wege zum Kontaktformular, fehlende Referenzen oder eine Seite, die zwar informiert, aber nicht überzeugt.
6. Das Design passt nicht mehr zu eurem Unternehmen
Euer Unternehmen hat sich weiterentwickelt — neues Logo, neue Dienstleistungen, neue Positionierung. Aber eure Website zeigt noch die alte Version von euch. Das Stanford Web Credibility Project zeigt: Fast drei Viertel der Nutzer beurteilen die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens anhand des Website-Designs.
Innerhalb von 50 Millisekunden bilden sich Besucher eine Meinung über eure Seite. Wenn diese Meinung „veraltet“ lautet, ist der erste Eindruck verspielt — und der lässt sich nicht korrigieren.
7. Eure Website ist nicht barrierefrei
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Unternehmen, die digitale Dienstleistungen für Verbraucher anbieten, müssen ihre Websites barrierefrei gestalten — andernfalls drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen.
Barrierefreiheit betrifft nicht nur Screenreader-Kompatibilität. Es geht um Farbkontraste, Tastaturnavigation, Alt-Texte für Bilder und verständliche Formulare. Wer das beim nächsten Relaunch von Anfang an mitdenkt, spart doppelten Aufwand — und ist rechtlich auf der sicheren Seite.
8. Die Technik bremst euch aus
Veraltete Plugins, keine Sicherheitsupdates, inkompatible Erweiterungen oder ein CMS, das am Ende seines Lebenszyklus steht — das sind nicht nur technische Schulden, sondern reale Risiken. Jedes veraltete Plugin ist ein potenzielles Einfallstor für Angriffe.
Wenn euer Entwickler bei jeder Änderung sagt „das geht mit dem aktuellen System nicht“, ist das kein Zeichen für ein schwieriges Feature — sondern für eine Website, die technisch am Limit ist.
9. Ihr seid bei AI Overviews unsichtbar
Google verändert sich grundlegend. Bei immer mehr Suchanfragen zeigt Google eine KI-generierte Zusammenfassung über den Suchergebnissen. Gartner prognostiziert, dass das traditionelle Suchvolumen bis Ende 2026 um 25 % sinken wird — weil Nutzer Antworten direkt von KI-Chatbots bekommen.
Das bedeutet: Eure Website muss so gebaut sein, dass sie als Quelle für diese KI-Antworten zitiert wird. Das erfordert strukturierte Daten, klare Definitionen, FAQ-Abschnitte und Inhalte mit echter Substanz. Websites mit dünnem Content oder veralteter Struktur verschwinden aus den Ergebnissen — nicht weil Google sie abstraft, sondern weil die KI sie nicht als zitierwerte Quelle erkennt.
10. Ihr schämt euch, die URL zu teilen
Der ehrlichste Test: Würdet ihr eure Website in einem Gespräch mit einem potenziellen Kunden selbstbewusst zeigen? Oder hofft ihr, dass niemand zu genau hinschaut?
Wenn ihr zögert, eure Website auf die Visitenkarte zu drucken oder in einer E-Mail-Signatur zu verlinken, weil sie „nicht mehr aktuell“ ist — dann wisst ihr eigentlich schon Bescheid.
Was kostet ein Relaunch?
Die Frage nach den Kosten kommt sofort — und die Antwort hängt vom Umfang ab. Kleine Projekte starten bei 5.000 €, komplexe Vorhaben mit Mehrsprachigkeit und Systemintegrationen liegen bei 50.000–120.000 €+.
Wir haben die Kostenfaktoren, branchentypische Bandbreiten und den Einfluss von KI auf die Budgetplanung in einem eigenen Guide aufgeschlüsselt: Was kostet ein Website-Relaunch? Budgetplanung für den Mittelstand
Häufig gestellte Fragen
Mit einer sauberen Redirect-Strategie bleiben eure Rankings erhalten. Ohne Weiterleitungen könnt ihr über Nacht Sichtbarkeit verlieren. Deshalb gehört ein SEO-Plan von Anfang an in jedes Relaunch-Projekt.
Für mittelständische Unternehmen sind 3–6 Monate realistisch. Kleine Projekte schaffen es in 4–8 Wochen, komplexe Vorhaben brauchen 6–12 Monate. Der häufigste Zeitfresser ist die Content-Erstellung.
Ein Redesign ändert das Erscheinungsbild — Farben, Schriften, Layout. Ein Relaunch umfasst zusätzlich Technik, Seitenstruktur, CMS und oft auch die Content-Strategie. Wenn nur das Design veraltet ist, reicht ein Redesign. Wenn mehrere der 10 Anzeichen zutreffen, braucht ihr einen Relaunch.
Alle 3–5 Jahre ist ein guter Richtwert. In besonders kompetitiven Branchen oder bei schnellem technischen Wandel kann ein Relaunch auch schon nach 2–3 Jahren sinnvoll sein. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ob die Website ihre Ziele noch erfüllt.
Wann lohnt sich ein Erstgespräch?
Nicht jeder Relaunch braucht eine Agentur. Aber wenn mehrere dieser Anzeichen auf euch zutreffen, lohnt sich ein Gespräch mit jemandem, der das regelmäßig macht:
- Ihr wisst, dass eure Website veraltet ist — aber nicht, wo ihr anfangen sollt
- Ihr habt intern keine Kapazität für ein Website-Projekt
- Ihr braucht eine ehrliche Einschätzung, ob ein Redesign reicht oder ein Relaunch nötig ist
- Barrierefreiheit, SEO oder technische Schulden überfordern euer Team
Wie viele Anzeichen treffen auf euch zu?
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