Was kostet ein Website-Relaunch? Budgetplanung für den Mittelstand
Ein Website-Relaunch im Mittelstand kostet zwischen 5.000 und 120.000 Euro. Diese Spanne ist keine Ausflucht — sie ist die Antwort, denn zwischen einer Handwerker-Website mit acht Seiten und dem Auftritt eines Klinikverbunds mit Mehrsprachigkeit und Fachbereichen liegt Faktor 20. Dieser Guide zeigt, welche sieben Faktoren den Preis bestimmen, woran Sie ein faires Angebot erkennen und welche Kosten nach dem Go-Live weiterlaufen. Für Geschäftsführer und Marketingleiter, die ein Budget freigeben oder intern verteidigen müssen.
Alle weiteren Zahlen in diesem Artikel sind Marktwerte für den DACH-Raum — kein Angebot, sondern Orientierung.
- Website-Relaunch
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Ein Website-Relaunch ist die grundlegende Neugestaltung und technische Neuentwicklung einer bestehenden Website. Ziel ist es, Design, Technik, Inhalte und Struktur an aktuelle Anforderungen anzupassen — von Suchmaschinenoptimierung über Barrierefreiheit bis zur Nutzererfahrung.
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Abgrenzung
Ein Relaunch ist mehr als ein Redesign. Beim Redesign wird das Erscheinungsbild überarbeitet, die technische Basis bleibt. Ein Relaunch umfasst Strategie, Technik, Inhalte und oft auch einen CMS-Wechsel. Ein Refresh beschränkt sich auf kleine Anpassungen wie neue Bilder oder aktualisierte Texte.
- Total Cost of Ownership (TCO)
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Die Total Cost of Ownership beschreibt die Gesamtkosten eines Website-Projekts über seinen Lebenszyklus — nicht nur die Erstellung, sondern auch Hosting, Wartung, Content-Pflege und Weiterentwicklung. Ziel ist eine Budgetplanung, die über den Go-Live hinausdenkt.
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Abgrenzung
Viele Angebote nennen nur die einmaligen Projektkosten. Die TCO schließt die laufenden Kosten über die Nutzungsdauer ein — typischerweise drei bis fünf Jahre.
Die sieben Kostenfaktoren
Ein Relaunch ist kein einzelner Posten. Wer weiß, woraus sich der Preis zusammensetzt, kann Angebote einordnen — und erkennt, wo Sparen sinnvoll ist und wo es später teuer wird.
Die folgenden Spannen sind Marktwerte für den DACH-Raum. Sie ersetzen kein Angebot, aber sie zeigen die Größenordnung.
Kostenfaktoren im Überblick
| Faktor | Marktübliche Spanne | Was den Ausschlag gibt |
|---|---|---|
| Strategie & Konzeption | 3.000–15.000 € | Anzahl der Zielgruppen, Tiefe der Informationsarchitektur |
| UX- & UI-Design | 5.000–25.000 € | Angepasstes Template oder individuelles Design |
| Technische Umsetzung | 10.000–60.000 € | CMS, Schnittstellen, Mehrsprachigkeit, Rechtemanagement |
| Content | 2.000–20.000 € | Wer schreibt: Sie, wir oder ein Texter |
| Barrierefreiheit | 2.000–20.000 € | Zustand der Bestandsseite |
| Migration & Redirects | 0–8.000 € | Meist im Projektmanagement enthalten, separat bei komplexen Strukturen |
| Projektmanagement & QS | 10–20 % der Summe | Anzahl der beteiligten Dienstleister |
Wo Sparen teuer wird
Drei dieser Posten werden regelmäßig gekürzt, und zwar immer dieselben — weil man ihr Fehlen am Tag des Go-Live nicht sieht.
Strategie. Eine Website ohne klares Ziel wird hübsch und nutzlos. Die Kürzung fällt erst auf, wenn nach sechs Monaten niemand sagen kann, ob sich das Projekt gelohnt hat, weil vorher niemand definiert hat, woran man das erkennen würde.
Content. „Die Texte schreiben wir selbst" ist der häufigste Grund für Verzögerungen, die wir sehen. Nicht weil es niemand könnte, sondern weil Texte schreiben eine Aufgabe ist, die neben dem Tagesgeschäft immer nach hinten rutscht. Klären Sie vor Projektstart verbindlich, wer liefert — und wann.
Barrierefreiheit. Nachträglich eingebaut heißt: zweimal bezahlen. Einmal für die ursprüngliche Umsetzung, einmal für den Umbau.
Barrierefreiheit ist seit Juni 2025 Pflicht
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es verpflichtet Unternehmen, die digitale Dienstleistungen für Verbraucher anbieten, zur Barrierefreiheit ihrer Websites. Wer einen Online-Shop betreibt, Buchungen anbietet oder Dienstleistungen online verkauft, ist betroffen.
Was das konkret heißt:
- Inhalte müssen für Screenreader lesbar sein
- Bilder brauchen aussagekräftige Alt-Texte
- Formulare müssen per Tastatur bedienbar sein
- Farbkontraste müssen mindestens 4,5:1 betragen (WCAG 2.2, Stufe AA)
- Eine Barrierefreiheitserklärung muss veröffentlicht werden
Ausnahme: Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten und unter 2 Millionen Euro Jahresumsatz sind von den Dienstleistungspflichten befreit. Beide Bedingungen müssen zutreffen.
Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro (§ 17 BFSG) sowie wettbewerbsrechtliche Abmahnungen. Was das für Ihre Seite bedeutet, steht ausführlich im Artikel zum BFSG und seinen Folgen für Ihre Website.
Realistische Bandbreiten nach Projektgröße
Die Frage „Was kostet eine Website?" lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten — aber mit drei Profilen, in denen Sie sich wiederfinden werden.
Gesamtkosten nach Projektprofil
| Klein | Mittel | Komplex | |
|---|---|---|---|
| Profil | 5–10 Seiten, angepasstes Template | 15–30 Seiten, individuelles Design, Rechtemanagement | 30+ Seiten, Mehrsprachigkeit, Integrationen |
| Beispiel | Handwerksbetrieb, lokaler Dienstleister | Mittelständler mit Fachbereichen und Blog | Klinikverbund, Stiftung, internationales Unternehmen |
| Gesamtkosten | 5.000–15.000 € | 20.000–50.000 € | 50.000–120.000 €+ |
| Dauer | 4–8 Wochen | 2–4 Monate | 4–8 Monate |
Enthalten sind Strategie, Design, Technik, Content und Projektmanagement. Nicht enthalten sind die laufenden Kosten nach dem Go-Live — dazu weiter unten.
Das sind marktübliche Bandbreiten, keine Preisliste. Was ein Relaunch bei uns kostet, steht offen auf der Preisseite — in der Mitte liegen wir darunter.
Der KI-Faktor — und warum die Rechnung selten aufgeht
Es gehört inzwischen zum guten Ton, Kunden Einsparungen durch KI zu versprechen. Wir tun das nicht, und der Grund ist eine Zahl.
Der Bitkom hat Anfang 2026 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt. 41 Prozent setzen KI ein, weitere 48 Prozent planen es oder diskutieren darüber. 45 Prozent konnten interne Prozesse deutlich beschleunigen — so weit die erwartbare Hälfte des Ergebnisses.
Die andere: Ein Drittel der Unternehmen (33 Prozent) stellte fest, dass KI zu deutlich höheren Kosten geführt hat als erwartet.
Das passt nicht zur Erzählung von der billigen KI-Website, deckt sich aber mit unserer Erfahrung. KI beschleunigt Rohentwürfe — Textfassungen, Layout-Varianten, Standardkomponenten, automatisierte Tests. Was sie nicht beschleunigt, ist die redaktionelle Überarbeitung, die Abstimmung mit Ihren Fachbereichen und die Frage, was Ihre Website eigentlich leisten soll. Genau diese Posten machen den Großteil eines Projekts aus.
Was das für Ihr Budget heißt: Rechnen Sie nicht mit einem KI-Rabatt. Fragen Sie eine Agentur, die einen verspricht, an welcher Stelle des Projekts genau er entsteht — und was passiert, wenn die KI-Fassung nicht trägt.
KI-Funktionen auf der Website kosten extra
Neben dem Erstellungsprozess gibt es KI-Features, die auf Ihrer Website laufen: Chatbots, Personalisierung, intelligente Suche, automatische Übersetzung. Alle vier verursachen Einrichtungsaufwand und laufende Kosten pro Anfrage.
Belastbare Marktpreise dafür gibt es nicht — die Spannen sind zu groß und hängen an Anbieter, Sprachmodell und Anfragevolumen. Lassen Sie sich diese Posten deshalb einzeln ausweisen, inklusive der laufenden Kosten für ein realistisches Anfragevolumen.
Die ehrliche Einschätzung: Nicht jede Website braucht einen Chatbot. Die Frage ist nicht, ob das Feature beeindruckt, sondern ob es ein Problem Ihrer Besucher löst. Wenn nicht, ist dasselbe Geld in besseren Inhalten wirksamer angelegt.
Was die KI-Suche mit Ihrem Relaunch macht
Die größere Veränderung betrifft nicht Ihr Projekt, sondern Google. Seit dem 26. März 2025 zeigt Google auch in Deutschland AI Overviews — KI-generierte Zusammenfassungen über den eigentlichen Suchergebnissen. Nutzer bekommen Antworten, ohne Ihre Website zu besuchen.
Was daraus für den Relaunch folgt:
- Inhalte müssen so aufgebaut sein, dass sie als Quelle zitierbar sind: klare Definitionen, FAQ-Abschnitte, Entscheidungshilfen
- Strukturierte Daten (Schema.org) werden wichtiger, weil sie Suchmaschinen die Einordnung erleichtern
- Dünne Inhalte ohne eigene Substanz verlieren an Sichtbarkeit — sie sind das, was die KI-Zusammenfassung ohnehin liefert
Rechnen Sie damit, dass ein Teil Ihres Traffics künftig aus zitierten Antworten kommt statt aus Klicks auf Position 3. Das ist kein Grund gegen den Relaunch, aber ein Grund, Inhalte anders zu planen.
Die vergessenen Kosten nach dem Go-Live
Die meisten Budgets enden am Tag des Go-Live. Eine Website ist aber kein Buch, das man einmal druckt.
Hosting: 40–200 €/Monat, je nach Anforderungen an Performance, Verfügbarkeit und Backups.
Wartung und Sicherheit: CMS-Updates, Sicherheitspatches, Monitoring, Bugfixes. Marktüblich 200–800 €/Monat. Ohne Wartung entstehen Sicherheitslücken und technische Schulden, die das nächste Upgrade teuer machen.
Content-Pflege und Weiterentwicklung: Neue Seiten, Artikel, aktualisierte Informationen. Eine Website, die nach dem Launch nicht mehr angefasst wird, veraltet innerhalb von Monaten.
SEO-Beobachtung: Rankings prüfen, Redirects kontrollieren, Struktur nachschärfen. Die ersten Wochen nach dem Launch zeigen, ob die Redirect-Strategie gegriffen hat.
Fünf teure Fehler bei der Budgetplanung
1. Kein Budget für Content. Der häufigste Grund für Verzögerungen. Klären Sie vorher verbindlich, wer schreibt.
2. Barrierefreiheit nachträglich. Wer das BFSG beim Relaunch übergeht und später nachrüstet, zahlt den Aufwand zweimal.
3. Laufende Kosten nicht eingeplant. Eine Website ohne Wartungsbudget ist ein Auto ohne Inspektionsplan. Es fährt eine Weile.
4. Das günstigste Angebot genommen. Zwischen 3.000 € und 30.000 € liegt ein Grund. Wenn Sie ihn nicht kennen, fragen Sie nach — und wenn der Anbieter ihn nicht erklären kann, haben Sie Ihre Antwort.
5. SEO erst nach dem Go-Live. Wer die Redirect-Strategie danach plant, hat Rankings bereits verloren. Ob ein Relaunch überhaupt ansteht, klärt vorab die Liste der zehn Anzeichen für einen Relaunch.
Checkliste — Budgetplanung für Ihren Relaunch
- Ziele definiert: Was soll die neue Website leisten? (Anfragen, Sichtbarkeit, Employer Branding)
- Messgröße festgelegt: Woran erkennen Sie in sechs Monaten, ob es sich gelohnt hat?
- Stakeholder identifiziert: Wer entscheidet, wer liefert Inhalte, wer gibt frei?
- Bestandsaufnahme gemacht: Welche Inhalte bleiben, welche fallen weg, welche sind neu?
- Content-Verantwortung verbindlich geklärt — mit Termin, nicht mit Absichtserklärung
- Funktionsanforderungen gelistet: Mehrsprachigkeit, Formulare, Schnittstellen, Suche?
- BFSG-Betroffenheit geprüft: Bieten Sie Verbrauchern digitale Dienstleistungen an?
- Budget für laufende Kosten eingeplant (15–20 % der Projektsumme pro Jahr)
- Redirect-Strategie geplant, bevor der Schalter umgelegt wird
- SEO-Baseline gemessen: aktuelle Rankings, Traffic, Anfragen als Vergleichswert
- Zeitplan realistisch: mittelständische Projekte dauern typischerweise 3–6 Monate
- Angebote verglichen: nicht das günstigste, sondern das nachvollziehbarste
Häufig gestellte Fragen
Ein Relaunch mit 5–10 Seiten, angepasstem Template und grundlegender SEO-Optimierung liegt marktüblich bei 5.000 – 15.000 €. Enthalten sind Konzeption, Design, Umsetzung und ein Content-Management-System. Nicht enthalten sind Hosting und Wartung nach dem Go-Live.
Kleine Projekte schaffen es marktüblich in 4–8 Wochen, mittelgroße in 2–4 Monaten, komplexe Vorhaben mit Mehrsprachigkeit und Systemintegrationen brauchen 4–8 Monate. Der häufigste Zeitfresser ist nicht die Technik, sondern die Content-Erstellung — sie hängt an Ihrer internen Kapazität, nicht an der Ihrer Agentur. Unsere eigene Projektdauer steht im Preisblock am Anfang dieses Artikels.
Ein Festpreis ist ein verbindlicher Gesamtpreis für ein definiertes Paket und gibt Planungssicherheit bei stabilem Umfang. Abrechnung nach Aufwand ist flexibler, wenn sich Anforderungen noch entwickeln. Viele Agenturen kombinieren beides: Festpreis für den Kern, Stundensatz für Zusätzliches. Entscheidend ist, dass im Angebot steht, was passiert, wenn sich der Umfang ändert.
Für kleine Projekte reicht ein Freelancer oft aus. Bei Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit oder laufender Betreuung brauchen Sie ein Team — wegen Vertretung, breiterer Expertise und Betrieb über Jahre. Die Frage ist weniger Agentur oder Freelancer als: Was passiert, wenn diese eine Person zwei Wochen ausfällt?
Bei einem Relaunch, der Barrierefreiheit von Anfang an mitdenkt, entstehen vor allem Mehraufwände in Design und Testing; die Spanne liegt marktüblich bei 2.000–20.000 € je nach Zustand der Bestandsseite. Nachträglicher Umbau kostet deutlich mehr, weil Struktur und Templates erneut angefasst werden.
Nicht verlässlich. KI beschleunigt Rohentwürfe in Content, Prototyping und Testing. Laut Bitkom-Studie 2026 stellte allerdings ein Drittel der befragten Unternehmen fest, dass KI zu deutlich höheren Kosten führte als erwartet. Wenn eine Agentur einen KI-Rabatt verspricht, fragen Sie, an welcher Projektstelle er entsteht.
Planen Sie 15–20 % der Projektkosten pro Jahr. Das deckt Hosting (40–200 €/Monat), Wartung und Updates (200–800 €/Monat) sowie kleinere Anpassungen. Content-Pflege kommt je nach Umfang dazu.
Es schlüsselt nach Phasen auf — Konzeption, Design, Entwicklung, Content, Projektmanagement. Es benennt, was enthalten ist und was nicht. Es nennt seine Annahmen und beschreibt, was bei Umfangsänderungen passiert. Und es enthält einen Posten für Barrierefreiheit, wenn Sie unter das BFSG fallen. Nennt ein Angebot nur eine Gesamtsumme, fragen Sie nach.
Wann sich ein Erstgespräch lohnt — und wann nicht
Nicht jeder Relaunch braucht eine Agentur. Wenn Sie eine überschaubare Website haben, intern jemanden mit Zeit und Erfahrung, und keine Anforderungen an Mehrsprachigkeit, Schnittstellen oder Barrierefreiheit — dann kommen Sie ohne uns aus, und das sagen wir Ihnen im Gespräch auch.
Sinnvoll wird ein Gespräch, wenn mehrere davon zutreffen:
- Ihre Website ist älter als vier Jahre und technisch am Limit
- Sie brauchen Funktionen jenseits einer Standard-Unternehmensseite
- Das BFSG betrifft Sie und Sie wissen nicht, wo Sie stehen
- Sie haben Angebote vorliegen und können sie nicht einordnen
- Ihr Team hat keine Kapazität für ein Website-Projekt
- Sie wollen nicht nur eine neue Website, sondern eine, die betreut wird
Ein Erstgespräch klärt in 30 Minuten, ob ein Relaunch sinnvoll ist, welcher Umfang realistisch ist und in welchem Rahmen sich Ihr Budget bewegt.