Betrieb & Sicherheit

Website-Wartung: Was hinter den Monatspreisen steckt

Wer nach Website-Wartung sucht, findet auf der ersten Seite ein Dutzend Angebote mit Einstiegspreisen zwischen 20 und 60 Euro im Monat. Was für dieses Geld tatsächlich getan wird, steht auf keiner dieser Seiten neben dem Preis. Das ist kein Zufall: Der Preis ist vergleichbar, die Leistung nicht — und solange vier Fragen offen sind, sagt die Zahl nichts aus. Dieser Artikel beantwortet, was in einem Wartungsvertrag üblicherweise steckt, woran sich Angebote tatsächlich unterscheiden und welche Fragen Sie stellen sollten, bevor Sie unterschreiben.

01.09.2026 · Patrick Schatzschneider · 5 Min. Lesezeit
Eine Schreibtischlampe beleuchtet abends eine Tastatur in einem sonst dunklen Büro, im Hintergrund unscharf ein leuchtender Monitor

Was Wartung überhaupt umfasst

Hinter dem Wort stecken sechs verschiedene Leistungen, die selten alle im selben Vertrag stehen:

Updates. Das Content-Management-System bekommt regelmäßig neue Versionen — die einen beheben Fehler, die anderen schließen Sicherheitslücken. Dazu kommen die Erweiterungen: Formulare, Bildergalerien, Schnittstellen. Ein Vertrag, der nur den Kern aktualisiert und die Erweiterungen auslässt, deckt den kleineren Teil des Risikos ab.

Backups. Eine Kopie Ihrer Daten, regelmäßig erzeugt und getrennt vom Livesystem gespeichert.

Wiederherstellung. Das ist nicht dasselbe wie ein Backup. Ein Backup, das noch nie zurückgespielt wurde, ist eine Annahme, keine Sicherheit.

Sicherheits-Monitoring. Automatische Prüfung auf bekannte Lücken, ungewöhnliche Zugriffe, veränderte Dateien.

Erreichbarkeitsprüfung. Ein Dienst, der alle paar Minuten anfragt, ob die Seite antwortet — und jemanden benachrichtigt, wenn nicht.

Ansprechbarkeit. Der Punkt, an dem sich Angebote am stärksten unterscheiden: Wer meldet sich, wie schnell, und ist es ein Mensch.

Website-Wartung

Website-Wartung umfasst alle technischen Arbeiten, die den sicheren und störungsfreien Betrieb einer bestehenden Website erhalten — Aktualisierungen, Sicherungen, Überwachung und die Behebung von Störungen. Ziel ist, dass die Website funktioniert und aktuell bleibt, ohne dass sich der Betreiber darum kümmern muss.

Abgrenzung

Nicht zu verwechseln mit Inhaltspflege. Wartung hält die Technik am Laufen, Inhaltspflege ändert Texte, Bilder und Seiten. Viele Angebote fassen beides in einen Monatspreis — fragen Sie nach, welcher Anteil davon für Ihre Inhalte reserviert ist und was passiert, wenn Sie ihn nicht abrufen.

Warum überhaupt monatlich, und nicht bei Bedarf

Weil der Bedarf nicht wartet, bis Sie Zeit haben. Ein Blick auf die offiziellen Release-Daten von TYPO3 zeigt die Frequenz: Für die aktuelle Hauptversion erschienen zwischen Januar und August 2026 elf Releases, vier davon als Sicherheitsupdate. Für die Vorgängerversion waren es zwölf Releases mit drei Sicherheitsupdates.

Die Sicherheitsupdates kommen gebündelt an festen Terminen — im laufenden Jahr am 13. Januar, 9. Juni, 14. Juli und 11. August. Das ist planbar, aber nicht verhandelbar: Zwischen Veröffentlichung und Einspielen liegt das Zeitfenster, in dem die Lücke öffentlich bekannt und Ihr System noch offen ist.

Ein Vertrag „bei Bedarf" bedeutet in der Praxis, dass jemand den Bedarf bemerken muss. Genau das passiert im Tagesgeschäft nicht.

Was Preisstufen typischerweise enthalten

MonatspreisRealistisch enthaltenWas fehlt
20–40 €Automatische Updates des Kernsystems, Backup nach Zeitplan, ErreichbarkeitsprüfungEin Mensch, der nach dem Update nachsieht. Erweiterungen. Zugesicherte Reaktionszeit. Wiederherstellung im Störfall
50–100 €Zusätzlich Erweiterungs-Updates, Sicherheits-Monitoring, ein AnsprechpartnerVerbindliche Reaktionszeit, geprüfte Wiederherstellung, Testumgebung
ab 130 €Zusätzlich Test- und Livesystem getrennt, vertraglich zugesicherte Reaktionszeit, Rollback im Störfall, enthaltene Arbeitszeit

Die Spannen beschreiben den Markt, nicht einzelne Anbieter. Prüfen Sie jedes Angebot an den Punkten in der rechten Spalte.

Die drei Fragen, an denen sich Angebote unterscheiden

Wer reagiert — ein Mensch oder ein Skript? Automatische Updates sind billig, weil niemand danach hinsieht. Das funktioniert, bis ein Update etwas verändert, das ein Skript nicht bewerten kann: ein Formular, das nicht mehr absendet, ein Layout, das auf dem Handy bricht. Beides merkt niemand, bis ein Kunde anruft.

Wie schnell, und steht es im Vertrag? „Wir kümmern uns zeitnah" ist keine Zusage. Eine Zusage nennt eine Zahl in Stunden und sagt, wovon sie abhängt.

Was passiert, wenn ein Update die Seite zerlegt? Das ist die teuerste Frage, und sie wird am seltensten beantwortet. Ein Backup allein hilft nicht: Es muss jemand entscheiden, dass zurückgeschaltet wird, und es muss jemand tun — an einem Dienstagnachmittag um 17 Uhr, ohne Rückfrage bei Ihnen.

Warum wir bei 139 Euro anfangen und nicht bei 25

Wir könnten ein 25-Euro-Paket anbieten. Es würde aus automatischen Updates und einem Backup bestehen, und wir müssten hoffen, dass nichts passiert — denn bei diesem Preis kann sich niemand leisten, hinzusehen.

Was in unserem Basispaket steckt und in einem Einstiegsangebot strukturell nicht enthalten sein kann:

  • Test- und Livesystem getrennt. Updates laufen zuerst auf einem System, das keine Kunden sehen.
  • Updates für Kern und Erweiterungen. Nicht nur das, was der Automatismus mitnimmt.
  • Betrieb im deutschen Rechenzentrum mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Die Frage, wo Ihre Daten liegen, hat eine Antwort mit Adresse.
  • Antwort von einem Menschen in unter drei Stunden. Kein Ticketsystem, kein Erstkontakt-Formular.
  • Rollback im Störfall. Klemmt eine neue Version, schalten wir auf den Stand zurück, der eben noch lief — ohne Krisenmeeting.
  • Vertraglich zugesicherte Reaktionszeit, gestaffelt nach Paket.

Das ist kein Abonnement, sondern Betrieb. Der Unterschied kostet Geld, und wir schreiben beides hin.

Sechs Fragen an jedes Wartungsangebot

  1. Sind Updates für Erweiterungen enthalten oder nur für das Kernsystem?
  2. Welche Reaktionszeit ist vertraglich zugesichert, und ab wann läuft sie?
  3. Wann wurde zuletzt eine Wiederherstellung getestet, und wie lange dauerte sie?
  4. Wer entscheidet im Störfall über einen Rollback, und muss ich dafür erreichbar sein?
  5. Laufen Updates zuerst auf einem Testsystem oder direkt auf der Live-Website?
  6. Wo liegen die Daten, und gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag?

Was passiert, wenn nichts passiert

Wartung endet nicht bei Patches. Jede Hauptversion Ihres Systems hat ein Ablaufdatum, nach dem es auch für kritische Lücken keine Updates mehr gibt — bei TYPO3 endete der kostenlose Support für Version 12 am 30. April 2026. Welche Version wie lange versorgt wird, steht in unserer Übersicht der TYPO3-Versionen und Support-Zeiträume.

Ein Wartungsvertrag, der diesen Punkt nicht adressiert, verwaltet ein System, das irgendwann nicht mehr zu warten ist. Fragen Sie deshalb nicht nur, was monatlich passiert, sondern auch, wer Ihnen sagt, wann der größere Schritt ansteht — und was er kosten wird. Wie sich dieser Aufwand einschätzen lässt, steht in unserer Aufstellung zu Relaunch-Kosten.

Häufig gestellte Fragen

Der Markt beginnt bei etwa 20 Euro im Monat für automatische Updates und ein Backup. Ein Vertrag mit zugesicherter Reaktionszeit, getrenntem Testsystem und einem Ansprechpartner liegt eher zwischen 100 und 400 Euro. Der Preis richtet sich weniger nach der Größe Ihrer Website als danach, wie schnell im Störfall jemand reagieren soll.

Sicherheitsupdates ja, in jedem Fall — Angriffe suchen nach bekannten Lücken, nicht nach großen Unternehmen. Der Umfang darf dafür klein bleiben: Bei einer Seite ohne Formulare, Login oder Schnittstellen reicht ein Basisvertrag. Was Sie nicht tun sollten, ist gar nichts.

Wartung hält die Technik aktuell und sicher, Inhaltspflege ändert Texte, Bilder und Seiten. Viele Angebote enthalten ein monatliches Zeitkontingent für Inhalte. Klären Sie vorher, ob nicht genutzte Zeit verfällt und was eine Stunde darüber hinaus kostet.

Das regelt der Vertrag, und die Regelungen unterscheiden sich erheblich — pauschal lässt sich das nicht beantworten, und eine Rechtsberatung ist es ohnehin nicht. Lassen Sie sich vor Abschluss schriftlich geben, welche Leistungen im Schadensfall zugesagt sind: Wiederherstellung, Ursachenanalyse, Kommunikation mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Technisch ja, wenn jemand im Haus die Updates verfolgt, sie zuerst auf einem Testsystem einspielt und im Störfall zurückschalten kann. Der Aufwand ist nicht die Installation, sondern die Aufmerksamkeit: Vier Sicherheitsupdates im laufenden Jahr bedeuten vier Termine, an denen jemand zuständig ist.

Wann sich Unterstützung von außen lohnt

  • Sie wissen nicht, wann Ihre Website zuletzt aktualisiert wurde.
  • Ihr bisheriger Dienstleister meldet sich nur, wenn Sie ihn anschreiben.
  • Sie haben einen Wartungsvertrag, aber keine Vorstellung davon, was darin enthalten ist.
  • Ihre Website läuft auf einer Version, für die es keine Sicherheitsupdates mehr gibt.

In allen vier Fällen ist der erste Schritt kein Angebot, sondern eine Bestandsaufnahme: Welche Version läuft, welche Erweiterungen sind installiert, wann wurde zuletzt gesichert und ließe sich diese Sicherung zurückspielen.

Nächster Schritt

Betrieb ist Handwerk. Kein Abo.

Wir sehen uns an, in welchem Zustand Ihre Website ist, und sagen Ihnen, was laufender Betrieb bei Ihnen konkret bedeutet — bevor über Pakete gesprochen wird.

Lieber anrufen? 09075 5923957 Mo–Fr, 8–18 Uhr

Patrick Schatzschneider Patrick Schatzschneider Geschäftsführer
Wenn Ihr jetziger Vertrag ausreicht, sage ich Ihnen das. Teurer heißt nicht automatisch besser — nachprüfbar heißt besser.
  1. Sie schreiben mit der URL Ihrer Website, mehr braucht es nicht
  2. Wir antworten in unter 3 Stunden ein Mensch, kein Ticketsystem
  3. 30 Minuten Gespräch mit Einschätzung zu Zustand und Dringlichkeit
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