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KI-Website erstellen: Wann der Baukasten reicht — und wann er Sie einsperrt

Ob eine künstliche Intelligenz Ihnen eine Website bauen kann, ist keine offene Frage mehr. Sie kann, das Ergebnis ist ordentlich, und für viele Vorhaben ist es genug. Die offene Frage ist eine andere: Kommen Sie wieder heraus, wenn das Vorhaben wächst. Bei einem Teil der Werkzeuge lautet die Antwort nein — nicht aus Bosheit, sondern weil ihre Architektur einen Umzug nicht vorsieht. Dieser Artikel sortiert die Werkzeuge nach genau diesem Kriterium und sagt, für welche Vorhaben welcher Weg der richtige ist. Auch für die, bei denen wir als Agentur das schlechtere Angebot sind.

31.08.2026 · Patrick Schatzschneider · 7 Min. Lesezeit
Hand hält ein Smartphone mit einem frisch erzeugten Website-Layout, dahinter unscharf ein leeres Großraumbüro im Morgenlicht

Was die Werkzeuge heute leisten

Man beschreibt in zwei Sätzen, worum es geht, und bekommt wenige Minuten später eine vollständige Seite: Struktur, Texte, passende Bilder, Kontaktformular, mobile Ansicht. Vor drei Jahren war das ein Wochenendprojekt, heute ist es ein Kaffee lang.

Das ist keine Spielerei mehr. Die Ergebnisse sind sauber gesetzt, technisch solide und für viele Zwecke sofort brauchbar. Wer eine Website braucht, um überhaupt gefunden zu werden, kommt damit schneller ans Ziel als über jeden anderen Weg — und günstiger als über jede Agentur, uns eingeschlossen.

Der Haken liegt nicht in der Qualität des ersten Ergebnisses. Er liegt darin, dass die Entscheidung für ein Werkzeug eine Entscheidung über die nächsten Jahre ist, und dass die Anbieterseiten genau darüber schweigen.

KI-Website-Baukasten

Ein KI-Website-Baukasten erzeugt aus einer kurzen Beschreibung des Vorhabens eine vollständige Website — Seitenstruktur, Texte, Bildauswahl und Layout entstehen automatisch. Ziel ist, den Weg von der Idee zur veröffentlichten Seite auf Minuten zu verkürzen.

Abgrenzung

Der Unterschied zum klassischen Homepage-Baukasten liegt nur im Einstieg: Dort wählen Sie eine Vorlage und füllen sie, hier liefert die KI einen fertigen Entwurf. Was danach kommt — Pflege, Hosting, Vertragsbindung — ist in beiden Fällen dasselbe.

Drei Klassen von Werkzeugen — und was am Ende Ihnen gehört

KlasseBeispieleWo läuft die SeiteKommen Sie wieder raus
Baukasten mit KI-EinstiegWix, IONOS, Jimdoausschließlich beim AnbieterNein — Inhalte müssen abgeschrieben werden, die Seite bleibt beim Anbieter
KI-Generator auf WordPress-Basis10Web, ZipWPbeim Anbieter, aber als WordPressJa — es entsteht eine normale WordPress-Installation, für die es Standard-Umzugswege gibt
KI-Code-WerkzeugLovable, Bolt, v0wo Sie wollenJa — Sie erhalten den Quelltext, teils erst im Bezahltarif

Die Frage, die auf keiner Anbieterseite steht

Die Anbieterseiten, die für „KI-Website erstellen" auf der ersten Seite stehen, sprechen über Vorlagen, Funktionen und Monatspreise. Über den Ausstieg spricht keine von ihnen. Unter den unabhängigen Vergleichen greift es genau einer auf und wird dabei deutlich: Ein Umzug einer Wix-Website zu einem anderen Anbieter sei „praktisch nicht möglich". Diese eine Ausnahme bestätigt die Regel — die Frage, die in zwei Jahren zählt, taucht dort auf, wo niemand ein Abonnement verkauft.

Bei den reinen Baukästen ist die Antwort eindeutig, und sie steht in der Dokumentation der Anbieter selbst. Wix schreibt in seinem Hilfebereich: „Since Wix is a SaaS solution, your site must run on Wix's servers." Die Architektur nutze proprietäre Technik und unterstütze kein externes Hosting. Das ist keine Kleingedrucktes-Falle, sondern eine ehrliche Beschreibung — nur steht sie im Hilfebereich und nicht auf der Landingpage.

IONOS formuliert es in der eigenen Hilfe noch direkter: „For technical reasons, website projects created with a website builder from IONOS cannot be used outside the IONOS infrastructure." Als Weg, die Inhalte zu sichern, nennt der Anbieter selbst: jede Seite einzeln im Browser speichern.

Praktisch heißt das: Ihre Domain können Sie mitnehmen. Ihre Inhalte müssen Sie abschreiben oder neu erfassen. Das Design bleibt beim Anbieter.

Nicht jeder Baukasten ist so streng. Squarespace bietet einen Export als XML-Datei an, die sich in WordPress importieren lässt — allerdings nur für einen Teil der Inhalte: Bestimmte Seitentypen bleiben außen vor, und Bilder lassen sich nicht gesammelt herunterladen, sondern nur einzeln. Das ist mehr als nichts und weniger als ein Umzug. Prüfen Sie deshalb nicht die Klasse, sondern den konkreten Anbieter.

Bei den beiden anderen Klassen ist die Lage anders, und zwar aus einem strukturellen Grund: Wer eine WordPress-Installation erzeugt, erzeugt ein Format, für das es seit Jahren etablierte Umzugswege gibt — unabhängig davon, was der Anbieter davon hält. Wer Quelltext ausgibt, gibt Ihnen ohnehin alles in die Hand.

Preise ändern sich, Funktionslisten auch. Diese Eigenschaft ändert sich nicht.

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Wann der Baukasten die richtige Wahl ist — und wir die falsche

Es gehört zum Ritual der Branche, an dieser Stelle vor Baukästen zu warnen. Wir tun das nicht, weil es für einen erheblichen Teil der Anfragen schlicht nicht stimmt.

Nehmen Sie den KI-Baukasten, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft:

  • Sie sind allein oder zu zweit und brauchen eine Website, damit Sie überhaupt auffindbar sind.
  • Es geht um eine einzelne Landingpage für eine Kampagne, eine Veranstaltung oder ein Angebot mit Ablaufdatum.
  • Sie sind ein Verein, eine Initiative, eine Praxis — die Seite informiert, sie verkauft nicht.
  • Ihre Website hat unter fünf Seiten und wird sich in den nächsten zwei Jahren kaum verändern.
  • Ihr Budget liegt unter dem, was bei uns die Konzeptionsphase kostet. Dann ist eine Agentur nicht zu teuer, sondern das falsche Werkzeug.

In all diesen Fällen wäre ein Angebot von uns nicht das bessere Ergebnis, sondern nur das teurere. Wir sagen das im Erstgespräch genauso — und zwar bevor jemand Zeit in eine Ausschreibung steckt.

Wann er nicht reicht

Die Grenze verläuft nicht bei der Optik. Sie verläuft dort, wo die Website Teil eines Betriebs wird statt ein Aushängeschild zu sein. Konkret:

  • Mehrere Redakteure mit unterschiedlichen Rechten. Sobald drei Abteilungen pflegen und nicht jeder alles dürfen soll, braucht es ein Rechtesystem.
  • Mehrere Sprachen mit gepflegten Übersetzungen. Nicht die automatische Übersetzung, sondern redaktionell verantwortete Fassungen, die getrennt freigegeben werden.
  • Schnittstellen zu Ihren Systemen — Warenwirtschaft, CRM, Bewerbermanagement, Produktdatenbank.
  • Barrierefreiheit als Anforderung, weil Sie Verbraucher ansprechen oder öffentliche Auftraggeber haben. Was dabei rechtlich gilt und für wen, steht in unserem Artikel zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz.
  • Gewachsene Inhaltsmengen. Ab einigen Dutzend Seiten entscheidet nicht mehr das Aussehen, sondern wie schnell jemand etwas findet und ändert.
  • Der Serverstandort ist ein Vergabekriterium, weil Ihre Kunden oder Ihre Compliance es verlangen.

Trifft nichts davon zu, sparen Sie sich das Angebot. Trifft mehreres zu, wird der Baukasten nicht daran scheitern, dass er es nicht kann — sondern daran, dass Sie es nachbauen müssen und dabei teurer werden als mit dem passenden System. Wie ein solcher Wechsel abläuft, steht auf unserer Seite zum TYPO3-Relaunch.

Entscheidungshilfe in sechs Punkten

  1. Ich kann in einem Satz sagen, was die Website leisten soll — sonst hilft kein Werkzeug, sondern erst ein Gespräch
  2. Ich weiß, wie viele Menschen die Seite später pflegen werden und mit welchen Rechten
  3. Ich habe geprüft, ob ich meine Inhalte beim Anbieter wieder herausbekomme
  4. Die Domain läuft auf meinen Namen, nicht auf den des Anbieters
  5. Ich habe eine grobe Vorstellung, wie die Seite in zwei Jahren aussieht — Umfang, Sprachen, Anbindungen
  6. Ich kenne die laufenden Kosten nach dem ersten Jahr, nicht nur den Einstiegspreis

Was ein Wechsel später wirklich bedeutet

Der Umzug von einem geschlossenen Baukasten ist kein Datenbank-Export, sondern Handarbeit — und das aus drei Gründen, die alle aus derselben Ursache folgen.

Die Inhalte müssen neu erfasst werden. Texte lassen sich aus dem Browser kopieren, Seite für Seite. Bei fünf Seiten ist das ein Nachmittag, bei achtzig eine Projektwoche.

Die Bilder liegen nur in Webgröße vor. Was auf der alten Seite ausgeliefert wurde, ist bereits verkleinert und komprimiert. Für ein neues Layout mit anderen Bildausschnitten brauchen Sie die Originale — die liegen im besten Fall noch bei Ihrem Fotografen.

Die URL-Struktur ändert sich. Jede Adresse, die sich ändert, verliert ihre Position bei Google, wenn sie nicht sauber umgeleitet wird. Wie man das ohne Sichtbarkeitsverlust macht, steht in unserer Redirect-Strategie.

Nichts davon ist ein Grund, den Baukasten nicht zu nehmen. Es ist ein Grund, die Entscheidung bewusst zu treffen — und die Inhalte von Anfang an auch außerhalb des Baukastens zu haben.

Häufig gestellte Fragen

Ja, die größeren Anbieter haben kostenlose Tarife. Bei Wix läuft die Seite dann unter einer Adresse der Form siteprefix.wixsite.com/siteaddress, trägt ein Werbebanner des Anbieters und ist auf 500 MB Speicher begrenzt; eigene Domain und Entfernung des Banners hängen am Bezahltarif. Für einen ersten Test ist das ideal, für einen geschäftlichen Auftritt nicht.

Für die Bewertung ist das unerheblich. Google schreibt selbst, der Fokus liege auf der Qualität des Inhalts „rather than how content is produced" — der angemessene Einsatz von KI verstoße nicht gegen die Richtlinien. Zum Problem wird es erst, wenn Inhalte vor allem erzeugt werden, um Rankings zu manipulieren. Das Risiko liegt also woanders: Wenn die KI generische Texte erzeugt, die auf tausend ähnlichen Seiten so stehen könnten, fehlt der Grund, warum ausgerechnet Ihre Seite ranken sollte.

Rechnen Sie mit einem laufenden Monatsbeitrag pro Website, dazu Domain und je nach Funktionsumfang Aufschläge für Shop, mehrere Sprachen oder mehr Speicher. Einstiegsangebote gelten meist nur für die erste Laufzeit — sehen Sie vor der Anmeldung nach, was ab dem zweiten Jahr gilt.

Das hängt vom Werkzeug ab. Aus einer WordPress-basierten Installation lässt sich mit Standardwerkzeugen umziehen. Aus einem geschlossenen Baukasten wie Wix nicht: Der Anbieter beschreibt selbst, dass die Seite auf seinen Servern laufen muss. Sie behalten die Domain, alles andere entsteht neu.

Das entscheidet nicht die Mitarbeiterzahl, sondern die Aufgabe der Website. Ist sie eine Visitenkarte mit Kontaktformular, reicht der Baukasten. Kommen Bewerbungen, mehrere Sprachen, Rechte für verschiedene Abteilungen oder eine Anbindung an Ihre Systeme dazu, wird er zum Flaschenhals.

Wann sich Unterstützung von außen lohnt

  • Sie sitzen auf einer Baukasten-Website, die gut aussieht, aber nicht mehr mitwächst — und wollen wissen, was ein Wechsel realistisch kostet.
  • Sie stehen vor der ersten Website und wollen eine ehrliche Einschätzung, ob Sie überhaupt eine Agentur brauchen.
  • In Ihrem Haus pflegen mehrere Abteilungen, und die Abstimmung frisst mehr Zeit als das Schreiben.
  • Sie haben eine Anforderung, bei der Sie sich nicht sicher sind, ob ein Baukasten sie erfüllt — Barrierefreiheit, Serverstandort, Schnittstellen.

Im ersten Gespräch klären wir zuerst, ob sich der Aufwand für Sie lohnt. Wenn nicht, sagen wir Ihnen, welches Werkzeug stattdessen passt. Was ein Projekt bei uns kostet, wenn es passt, steht offen in unserer Aufstellung zu Relaunch-Kosten.

Nächster Schritt

Erst die Frage. Dann das Werkzeug.

Wir hören uns an, was die Website leisten soll, und sagen Ihnen, ob dafür ein Baukasten reicht. Auch wenn die Antwort ja lautet.

Lieber anrufen? 09075 5923957 Mo–Fr, 8–18 Uhr

Patrick Schatzschneider Patrick Schatzschneider Geschäftsführer
Wenn ein Baukasten Ihr Problem löst, sage ich Ihnen das — ein Angebot, das Sie nicht brauchen, hilft uns beiden nicht.
  1. Sie schreiben was die Website leisten soll, in drei Sätzen
  2. Wir antworten in unter 3 Stunden ein Mensch, kein Ticketsystem
  3. 30 Minuten Gespräch mit ehrlicher Einschätzung, auch gegen uns
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